Faktencheck zum „Bestellerprinzip“

Ab dem 23. Dezember 2020 gelten neue gesetzliche Regelungen über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser, die im BGB festgeschrieben sind.

Sie fragen, wir antworten! Schicken Sie uns Ihre Fragen und wir beantworten sie hier in unserem Faktencheck!

Warum eine gesetzliche Neuregelung?

Grundsätzlich ist das Ziel des Gesetzgebers eine Entlastung der Käufer von nicht selbst verursachten Maklerkosten, die sich durch die aktuelle Marktsituation (Nachfrageüberhang) in einer „Zwangslage“ befinden. Vorallem waren solche Situationen Auslöser, in denen die Provision komplett auf die Käufer abgewälzt wurde. Die Käufer sollen also in Zukunft nicht mehr Provision zahlen müssen als Verkäufer.

 

Was wurde entschieden?

Wenn der Makler zukünftig für beide Parteien (Käufer und Verkäufer) tätig ist, sollen beide Parteien den gleichen Betrag zahlen. Ist der Makler nur für den Verkäufer tätig, kann sich der Käufer dennoch an der Provision beteiligen, jedoch auch hier maximal bis zum hälftigen Betrag. Eine Provisionszahlung seitens des Käufers ist also auf 50 % der Gesamtprovision begrenzt.

 

Allgemeine Informationen in unserem letzten Blogbeitrag zum Thema:
Neues Gesetz zur Verteilung der Maklerkosten.

Für wen gelten die neuen Regelungen?

Relevant sind die Neuregelungen für Käufer als Verbraucher, welche eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus (auch Doppelhaushälften, Reihenhäuser etc.), unabhängig davon ob es sich um ein Kaufgrundstück oder Erbbaurecht handelt, kaufen möchten.

 

Warum kein Bestellerprinzip, wie bei der Miete?

Auch Käufer gelten, ähnlich wie Mieter, laut Gesetzgeber als schutzbedürftig, vorallem aufgrund der Schwierigkeiten auf dem Markt, aktuell passende Immobilien zu finden. Dennoch ist es unumstritten, dass auch die Käuferpartei von den Leistungen eines qualifizierten Maklers profitiert, daher ist eine Beteiligung an den Kosten nicht von vornherein auszuschließen, allerdings nach oben hin zu begrenzen. Tritt der Makler als neutraler Vermittler auf, wird die Teilung der Provision (50/50) außerdem als fair erachtet.

 

Hat der Immobilienmakler überhaupt eine Daseinsberechtigung?
Gründe, die für einen Qualitätsmakler sprechen, finden Sie hier:

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

 

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